Esdo

Bodenkampfschule

Da Esdo eine ganzheitliche Selbstverteidigung ist, werden folgende Distanzen geübt:

1. Lange Distanz: Beine, Füße

2. Mittlere Distanz: Arme, Hände

3. Nahdistanz: Ellbogen, Knie, Kopf

4. Clinchdistanz: Wurf, Gegenwurf, Fegen, Greifen, Klammern, Halten

5. Bodenkampf: Fallen, Hebeln, Immobilisieren, Würgen

Verteidigung

Die gelernte und geübte Fallübung und die damit erworbene Vertrautheit mit dem Boden bildet eine der ersten Grundlagen zur Erlernung der Bodenkampftechnik.

Diese bei der Falltechnik ausgeführten Roll-, Wälz- und Drehbewegungen, die den Ausführenden dazu zwingen, seinen Körper und seine Gliedmaßen immer und immer wieder entweder zusammenzuhalten, zusammenzuziehen oder zu sammeln.

Betrachtet man einen Igel, wird man beobachten, dass er sich bei Gefahr unverzüglich in sich selber zusammenkugelt und dadurch eine viel kleinere Angriffsfläche bietet.

Dasselbe Prinzip gilt für den Bodenkampf, wenn man in der Bodenlage von irgendeiner Seite angegriffen wird. Es gilt in diesem Augenblick auch hier: Durch Zusammenziehen des ganzen Körpers eine möglichst kleine Angriffsfläche zu bilden, wobei die aus Armen, Händen, Beinen und Füßen bestehenden Abwehrwaffen auf diese kleine Fläche konzentriert werden müssen.

Sehr wichtig ist es dabei, die Gliedmaßen nicht weiter als bis zum rechten Winkel zu öffnen, da sich sonst die Deckung des Körpers sofort öffnet und die Glieder der Gefahr von Hebeln ausgesetzt werden.

Angriff

Befindet sich der Gegner in der Rückenlage, so soll erste Handeln darauf gerichtet sein, ihn durch kleinere und größere Angriffe stets in Bewegung und in Atem zu halten. Dann gilt es durch Stechen seine Verteidigung zu öffne, an eine seiner Seite zu gelangen, und auf ihn hinunterzustechen.

Dies soll allerdings nicht heißen, dass man sich einfach ziellos auf ihn wirft, nein im Gegenteil, es heißt, sofort den schwachen Punkt - welcher an seinem offen daliegenden Körper, an einem vorgesteckten Arm oder am freiliegenden Hals vorhanden sein kann - zu erfassen, und dort mit sicherem Griff anzupacken. Hat man zugepackt, muss der Griff schon sitzen.

Ein gutes Beispiel bietet uns ein "Spinnennetz". Geschieht es einmal, dass wir mit der Hand zufällig hineingreifen, so werden wir das unangenehme Gefühl haben, dass die ganze Hand davon voll ist. Und, je mehr wir die Hand bewegen, desto voller wird sie, und desto satter umspannen die Fäden deren Oberfläche.

Genauso verhält es sich im Bodenkampf. Je mehr sich der Gegner gegen unser Zufassen wehrt, desto tiefer soll er sich in unser technisches Netz verfangen, bis er zuletzt ermüdet oder sich eine endgültige Blöße gibt, wo es für ihn dann kein Entrinnen mehr gibt.

Die Bodenkampftechnik soll darauf gerichtet sein, eine fortgesetzte Bewegung durch andauernden Stellungswechsel aufrechtzuerhalten, bis sich die Gelegenheit zum Zufassen bietet. Hat man sich dieses Prinzip eingeprägt, und mit der Zeit zu eigen gemacht, so bietet die Bodenkampfschule eine unerschöpfliche Quelle schöner und äußerst wirksamer Griffe und Griffkombinationen.

In der Selbstverteidigung auf der Straße sollte man nicht freiwillig zu Boden gehen, da die Bewegungsfreiheit und das Wahrnehmungsvermögen stark eingeschränkt sind. Außerdem ist die Gefahr bei einer realen Auseinandersetzung, schon beim Fallen verletzt zu werden, enorm, da keine Matten den Wurf abfedern. Außerdem könnten Hindernisse, wie Stühle, Tische und Kanten, wie sie z. B. in Gaststätten und Discotheken auftreten können, zu einer Gefahr werden. Zu dem ist ein Kampf in der Bodenlage mit mehreren Gegnern ein fast aussichtsloses Unterfangen.